Nante Berlin

Berliner Geschichtenwegweiser

Die letzten Kohlenschlepper von Berlin

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Ist es bedauerlich, dass der Beruf des Kohlenschleppers im Verschwinden begriffen ist? Eine Doku des RBB portraitiert die letzten ihrer Art.

Gut kann ich mich noch an meine erste Kohlenlieferung in Berlin erinnern und wie ich von Freunden gewarnt wurde, dass die Jungs einen immer übervorteilen wollen. Einer empfahl mir gar, mit einer Personenwaage im Hof jeden Träger mitsamt seiner Last zu wiegen, um sicher zu gehen. Ganz so weit bin ich dann nicht gegangen, aber immerhin hab ich mit Kreide an der Kellertür markiert, wie viele Kiepen sie hineingeschleppt haben. Übers Ohr gehauen wurde ich trotzdem, denn im unteren Kiepenteil lagen doch mehr Bruchstücke als die bestellten ganzen Briketts. Die folgenden Jahre habe ich denn auch immer gestapelte Briketts geordert. Dennoch mochte ich die Jungs und hatte stets großen Respekt vor ihrer harten Arbeit. Während die Kohlenschlepper früher zum Berliner Stadtbild gehörten, sind sie mittlerweile recht selten zu sehen. In der halbstündigen RBB-Doku „Die Einheizer“ von Christiane Hög ist gar „von den letzten ihrer Art“ die Rede. Schön also, dass sie vor dem Aussterben noch mal filmisch gewürdigt werden.

2 Kommentare

  1. Salü liebe Leute,

    es gibt einen wunderbaren Roman/Geschichte/Buch „Burn, Burn, Berlin“ von Wolfgang Priewe. Schauplatz Neuköllner Kiez (Nord-Neukölln); was soll ich sagen: hier sind die Berliner Kohlenträger literarisch gewürdigt.

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