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Wie sahen sie aus, die Berliner so um 1826? Eine Reiseführer konstatiert: „Unter dem weiblichen Geschlechte sieht man viele Schönheiten“

Touri-Ausrüstung 1826? Rumpfs Reiseführer und alte Berlin-Karte

Touri-Ausrüstung 1826? Rumpfs Reiseführer und alte Berlin-Karte

Reiseführer vergangener Zeiten waren auch immer gespickt mit Angaben zur Physiognomie und zur Psychologie der Bewohner des Reiselandes. Dies gilt auch für die Berliner Ureinwohner, wie sie Johann Daniel Friedrich Rumpf 1826 beschrieb. In seinem Buch „Der Fremdenführer oder wie kann der Fremde in der kürzesten Zeit, alle Merkwürdigkeiten in Berlin, Potsdam, Charlottenburg und deren Umgebungen sehen und kennenlernen.“ heißt es dazu:

„In der physischen Bildung der Bewohner treten manche Züge der Abkunft stark hervor. Der deutsche Volksstamm von Generationen aller Zweige der deutschen Nation durchkreuzt, ist ein mehr großer als kleiner Schlag von schöner männlicher Form. An den Franzosen, obgleich jetzt ihre vierte Generation lebt, lassen die unvermischt gebliebenen Racen noch viel Eigentümliches ihrer Nationalbildung bemerken; der nördliche Himmelsstrich scheint ihrer Organisation weniger günstig zu sein; ihr Wuchs ist gewöhnlich unter dem der Deutschen. Die Böhmen, meistens sitzende Handwerker, haben einen mageren doch derben Körperbau. Ihre Lebensart ist still und zurückgezogen. In den echten Juden-Familien sind die Grundzüge und Umrisse orientalischer Abkunft unverkennbar.

Unter dem weiblichen Geschlechte sieht man viele Schönheiten. Die meisten sind Brünetten. Der Zwerge und Krüppel bemerkt man wenige. Das Verwachsen, besonders beim weiblichen Geschlecht, erscheint jedoch mehr als sonst. Einheimische, aus Luft und Klima entspringende, Krankheiten sind unbekannt.

Im Allgemeinen haben die Einwohner eine starke Lebensvollkommenheit. Die meisten erreichen ein Alter zwischen 60 und 75 Jahren. Viele, besonders vom weiblichen Geschlechte, werden auch älter; Hundertjährige sind keine Seltenheit. Die Sterblichkeit hat sich in Berlin vermindert. Sonst starben in Berlin von 28 Einwohnern einer, jetzt nur einer von 34.“

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