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Abriss des SEZ: Einer hatte seinen Spaß

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Mit dem SEZ soll ein weiterer prägnanter Bau aus DDR-Zeiten abgerissen werden. Wie es dazu kommen konnte und warum es symptomatisch ist.

Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) an der Danziger Straße Ecke Landsberger Allee soll abgerissen werden. Soll will es der Besitzer und die Stadt Berlin kann nichts dagegen tun. Dies ist auch insofern bemerkenswert, als dass die Stadt das Gebäude erst 2002 für 1 Euro an den jetzigen Eigentümer verkauft hat. Eine der damaligen Auflagen war, dass das SEZ als Spaßbad für die Bevölkerung erhalten bleibt. Dabei vergaß man allerdings zu definieren, ab wann ein Spaßbad ein Spaßbad ist, und wie viele Wasserflächen eigentlich ein Schwimmbad benötigt. Die ganze Posse wäre wohl zum Lachen, wenn sie nicht so symptomatisch für Berlin wäre. Und so wird ist es wohl lediglich der Besitzer des SEZ sein, der an seinem Bad Spaß und Freude hat. Die ganze traurige Geschichte um das einstige Vorzeigeschwimmbad der DDR wurde gut und in zwei Teilen im Friedrichshain-Blog aufgearbeitet: SEZ Friedrichshain: Chronologie des Endes Teil 1 und Teil 2. Weitere Infos und auch einige Bilder aus dem Innenbereich bietet auch Friederike Schröters RBB-Beitrag „Berlin steht machtlos vor dem Abriss des SEZ“.

2 Kommentare

  1. Schade, um das schöne SEZ. Ich war dort als Kind oft. Mich wundert, dass es dort zumindest ein winziges Freibad gibt.

  2. Der Irrsinn ist doch gewesen, einem Herrn aus Leipzig das SEZ als Privatperson zu verkaufen für einen Euro.

    Wer 2 und 2 zusammenzählen kann, dem muss klar sein, dass so ein Geschäft nur nachteilig für den Verkäufer und nur vorteilhaft für den Käufer sein kann, vollkommen egal ob sich das SEZ gut, schlecht oder gar nicht betreiben läßt, ob man das Objekt erhalten kann oder abreißen und irgendetwas anderes dort bauen kann.

    Der reine Bodenpreis, also der Wert des Grundstücks auf dem das SEZ steht, liegt ungefähr in der Größenordnung 10 bis 20 Millionen Euro.

    Selbst wenn der Abbruch des SEZ eine Million kostet, wäre dessen Beseitigung ein Riesengeschäft.

    Der 1-Euro-Kaufvertrag enthält zwar einige Klauseln, aber die sind so schlecht für das Land und so vorteilhaft für den Erwerber gestaltet, dass man als Bürger und Steuerzahler nur ungläubig staunen kann.

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