Nante Berlin

Berliner Geschichtenwegweiser

9 Minuten Ostkreuz-Nostalgie

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Es war einmal … ach, so lang ist es noch gar nicht her. Aber wie schnell doch die Erinnerung an das alte Ostkreuz verblasst. Zum Glück gibt es den Ostkreuzfilm.

Der S-Bahnhof Ostkreuz ist nicht mehr. Geblieben ist nur der Name. Der Rest ist ein austauschbarer und (mehr oder weniger) funktionaler Umsteige-Bahnhof. Dass man diesen oder auch den banalen Einkaufs-Hauptbahnhof zu späteren Zeiten bewundern wird, wie man heute die alten Bahnhöfe aus der Jahrhundertwende bestaunt, ist nahezu ausgeschlossen. Dabei war das Ostkreuz nie eine Schönheit, aber seine Kargheit, sein Durcheinander und seine improvisierten Erweiterungen machten ihn schon besonders. Was mit ihm verloren ging, zeigt die tolle Kurzdoku „Ostkreuzfilm“ von Laura Geiger und Kretschmer. Zwar dauert die poetische und musikalisch passend unterlegte Zeitreise nur 9 Minuten, aber sie versetzt einen um Jahre zurück.

2 Kommentare

  1. „Dass man diesen oder auch den banalen Einkaufs-Hauptbahnhof zu späteren Zeiten bewundern wird, wie man heute die alten Bahnhöfe aus der Jahrhundertwende bestaunt, ist nahezu ausgeschlossen.“

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Das Alte wird doch immer verklärt. Und wer mal mit neutralem Blick und ein wenig Geschichtskenntnis herangeht wird feststellen, dass die alten Bahnhöfe, insbesondere der „Ostkreuz-Stil“, zu ihrer Zeit ebenso austauschbar waren wie es die Neubauten von heute vermeintlich sind.

    Übrigens soll das alte Ostkreuz teilweise im neuen weiterleben, die DB will die Stadtbahnsteige nach historischem Vorbild gestalten. Ist doch ein Kompromiss.

    • Stimmt schon, auch vor 100 Jahren gab es viel architektonische Dudzendware. Und gerade bei so hochgradig funktionalen Gebäuden wie modernen Bahnhöfen müssen viele Kompromisse eingegangen werden. Trotzdem ziehe ich den Leipziger den Berliner Hauptbahnhof vor – aber das ist natürlich Geschmackssache.

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